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Kinder brauchen Langeweile!

Warum Langeweile für Kinder gut ist!?

„Mir ist laaaaangweilig“, schallt es durchs Haus. Wie kann das sein, frag ich mich. Im Zimmer gibt es Spielzeug. Außerdem gibts einen Schreibtisch und Teppich sowie Schreib-, Kleb und Bastelzeug. Es gibt Bücher und CDs. Alles nicht im Überfluss, sondern in Maßen. Deswegen lautet meine Antwort auf diese Ansage:“Das ist ja schön. Langeweile ist etwas tolles“. Die Kids rollen dann immer mit den Augen, denn für sie ist Langeweile unerträglich. Wenn ich Langeweile hätte, dann würde ich einfach nur auf dem Sofa sitzen und aus dem Fenster schauen. Aber mein Terminplaner und meine To-Do-Listen lassen keinen Raum für so etwas Kostbares.

Liebe Kinder, bitte langweilt euch!

Ich bin sogar der Meinung, Kinder sollten sich viel öfter langweilen. Wieso? Weil Langeweile wirklich richtig toll sein kann. Langeweile kann Kinder produktiv werden lassen. Aber nicht, um irgendwelche Aufträge oder Erwartungen zu erfüllen sondern um vollkommen eigene Ideen zu entwickeln. Aus Langeweile entstehen Visionen, die Kinder umsetzen können. So wird dann ruckzuck aus Langweile ein phantasievolles Spiel, ein selbst-entworfenes Lego-Gebäude, Instrumente oder oder oder. Kinder wollen den Zustand Langeweile erstmal beenden und um dies zu schaffen, suchen sie sich selbst Beschäftigung. Das ist wirklich nichts Bedrohliches, das von uns Eltern erledigt werden muss.

Langeweile schadet nicht!

Also nochmal: Wieso ist Langeweile gut für das Kind?

In der heutigen Zeit, fehlt es vielen Kindern an „Freizeit“. Dieses Wort steht in Gänsefüßchen, weil ich hier wirklich freie Zeit meine. Freizeit soll an dieser Stelle nicht Zeit im Sportverein oder beim Flötenunterricht bedeuten. Wenn wir Freizeit, also freie Zeit haben, können wir uns frei von Verpflichtungen überlegen, was wir machen möchten. Viele Eltern möchten ihre Kinder bestmöglich fördern und ermöglichen den kleinen Sprösslingen so den regelmäßigen Reitunterricht, Schwimmstunden oder Musikschulen. Dies ist natürlich nicht schlecht, aber die Menge machts.

Ein Kind, welches morgens in der Schule ist und an vier Nachmittagen die Woche Verpflichtungen hat, ist ziemlich unfrei. Es ist deswegen sinnig, sich die Frage zu stellen, wieviele Hobbies ein Kind wirklich braucht. Unsere Töchter haben einmal pro Woche Reitunterricht und gehen an einem Abend zum DLRG. Da wir beide arbeiten, sind viele unserer Tage gut strukturiert. Mehr als zwei Hobbies „genehmigen“ wir deswegen nicht, um genug Freiraum zu haben, für Langeweile oder spontane Ideen.

Seid Traumtänzer! Baut Luftschlösser!

Kommt dann mal nachmittags oder am Wochenende Langeweile auf, dann ermuntert ich die Kinder dazu, sich selber zu überlegen, was sie mit sich und der Zeit anfangen möchten. Ich ermuntere sie manchmal dazu, sich aufs Bett zu legen und zu überlegen…bis eine Idee kommt. Wenn ich mich zurück erinnere, hat das bis jetzt immer geklappt. Einen Vorteil haben unsere Kids dabei, muss ich zugeben. Wenn die Langeweile zu groß ist, schlendern sie mal bei ihren Geschwistern vorbei und schauen, was die so treiben.

Gerade die Zeit, die sie haben, um zu überlegen, ist so wertvoll. In einem Kinderkopf tummeln sich dann bald Ideen (die umgesetzt werden wollen) und Fragen (die beantwortet werden müssen). Es schließt sich früher oder später etwas an, so dass sich die Kids selbst beschäftigen. Sie entdecken hierbei, vielleicht beim Streifzug durch den Keller Dinge, die sie schon ewig nicht mehr angesehen haben. Oder sie versuchen etwas, was sie schon ewig nicht mehr versucht haben. Sie sammeln Erfolge oder Misserfolge, ganz egal. In jedem Fall wachsen sie!

Immer, wenn wir vorgeben, was das Kind tun soll, verlernt es diese Leistung aus eigenem Antrieb zu bringen. Kinder, die flexible Spielsachen haben, lernen also diese auf vielfältige Weise zu benutzen oder sie zweckentfremden sie. Kinder, die beim ersten Langeweileanzeichen von ihren Eltern unterhalten werden, haben keine Notwendigkeit, sich selbst anzustrengen.

Und wenn es dann so da liegt, das liebliche Kind, dann spielt es im Kopf durch, was es so tun könnte. Es überlegt und versucht und wird wahnsinnig kreativ. Es möchte vielleicht eine Bude Bauen und funktioniert dafür kurzerhand den Esstisch zu einem Fort um oder bemerkt dass der Lieblingsteddy Geburtstag hat und samt seiner Kollegas bewirtet werden sollte. Alle diese Vorstellungen eröffnen Spielraum für Geschichten und regen die Kreativität und Phantasie an, wie es keine Bespannung durch Eltern schafft.

Tipps gegen Langeweile im Kinderzimmer

Ein Kind, das bis jetzt nicht gelernt hat, sich zu langweilen, wird diese Situation wirklich als schlimm empfinden. Wenn du deinem Kind bis heute jeden Leerlaufmoment „erspart“ hast, indem du den Entertainer gespielt hast, muss es das erstmal lernen. Kinder, die das nicht kennen und jüngere Kinder benötigen für diesen Prozess zu Beginn deine Unterstützung. Wenn du festgestellt hast, dass dein Kind gar keine Zeit für Leerlauf oder Freizeit hat, dann schaut doch mal gemeinsam, welche Hobbys vielleicht nicht so wichtig sind. Sollte die Woche bei euch generell so voll sein, dann haltet an den Wochenenden den entsprechenden Raum frei. Ich weiß ja, wie schwer das sein kann. Grade als berufstätige Eltern zerreißt man sich ständig, da ist man vielleicht auch einfach mal froh, wenn die Nachzucht den eigenen Hobbys nachgeht. Aber langfristig gesehen, tut ihr euch einen großen Gefallen damit, glaub mit.

Ausmisten gefällig?

Schaut mal in das Kinderzimmer. Habt ihr das Gefühl, euer Kind hat zu viel Spielzeug? Dann mistet mal aus. Schaut mal nach, welche Sachen nicht mehr zum Alter passen. Sind die Sachen noch gut erhalten, freuen sich bei den einschlägigen Kleinanzeigenportalen sicher neue Eigentümer. Ich bin wirklich nicht öko und man findet auch keine Waldorfpüppchen bie uns. Aber „freie Materialien“ laden mehr zur Kreativität ein, als Sachen, die man nur auf eine Weise benutzen kann. Kaplan-Steine zum Beispiel sind bei eigentlich allen Kindern (unabhängig von Geschlecht und Alter) beliebt. Es gibt fast nichts, was man mit ihnen nicht machen kann! Aber auch der Baustein-Klassiker lädt ein zum experimentieren und wandeln. Nur um ein paar Beispiele zu nennen.

Natürlich erfordert dieser Prozess vor allem von dir eine Menge Geduld. Zunächst wird das Nerv-Level ins unermessliche steigen. Aber DANN wird’s richtig schön, versprochen. Klar ist leider auch, dass nicht jede innovative Idee deines Sprösslings in deinen Augen eine gute Idee ist, aber das ist in Ordnung. Ich hab ja nicht gesagt, dass das nicht für dich vielleicht mehr Arbeit ist:)

Langsame Gewöhnung

Bei jüngeren Kindern wird dies so nicht funktionieren. Kleine Kinder sind noch darauf angewiesen, dass sie Input von dir bekommen. Aber einem gewissen Alter kann man anfangen, kurze Zeiten einzuführen, indem sich das Kleinkind selber beschäftigt. Diese Zeiten sollten kurz sein und sich Stück für Stück erweitern. Wichtig ist, dass bereits kleine Fortschritte entsprechend gewürdigt werden. Vielleicht fängst du mit ein paar Minuten an? Danach sollten ein paar schöne gemeinsame Momente folgen.

Abschließend muss ich noch erwähnen, dass dies kein Freifahrtschein ist, deinem Kind keine Aufmerksamkeit mehr zu schenken. Am Ende des Tages sollten sich kreative Eigenbeschäftigung und gemeinsame Zeit irgendwie die Waage halten. Wenn ihr euch dann gemeinsam beschäftigt, dann kannst du vielleicht mit ganzem Herzen dabei sein, denn vorher hattest du Zeit für dich. Eine win-win-Situation sozusagen;)

Was machst du, wenn dein Kind Langeweile hat? Was sind eure besten Anti-Langeweile-Spielsachen?

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Campingurlaub mit drei Kindern

10 Gründe, mit der Familie Wohnmobil-Urlaub zu machen

Wir haben wirklich schon alles ausprobiert: Skiurlaub, Zelten, Cluburlaub und Familienhotel. Im letzten Jahr haben wir uns ein Wohnmobil gekauft und wissen: Das isses!

Man muss dem Campen natürlich schon irgendwie offen gegenüber stehen, wir als Pfadfinder tun das.  Unser Wohnmobil ist ein Sun Traveller von Knaus und hat eine Vierer-Sitzgruppe, einen Alhoven und eine seitlich-gerichtete Sitzbank. Wir sind ausgestattet mit einer Solaranlage und können damit mehrere Tage autark stehen, so dass wir nicht auf Campingplätze angewiesen sind. Aber dann kannst du mit dem Wohnmobil wirklich eine tolle Zeit haben.

Und weil ich davon so überzeugt bin, habe ich dir hier 10 Gründe aufgeschrieben, wieso Wohnmobilurlaub auch für euch das richtige sein kann. Vielleicht packt dich ja die Lust.

Günstig Urlaub machen

Mit dem Wohnmobil kann man generell sehr günstigen Urlaub machen. Allerdings muss man hierfür ein paar Punkte beachten. Generell kann man sich Wohnmobile mieten. Wer sich allerdings in der Hochsaison eines bei einem professionellen Verleiher mietet und dann auf einem 5-Sterne-Campingplatz steht, der wird dabei nicht sparen. Der Verleih bei einem Händler bietet aber auch Vorteile, das möchte ich nicht verschweigen.

Wenn du allerdings auf Stellplätzen übernachtest, dir privat ein WoMo leihst oder dir ggf. eines kaufst, kann dies ein Schnäppchen werden. Der Kaufpreis des Wohnmobils ist natürlich kein Pappenstiel, rechnet man jedoch die Dauer der Nutzung …..!Bei den Mahlzeiten greifen wir gern auf lokale Geschäfte zu und kochen viel selber. Hin und wieder essen wir natürlich auch in Restaurants.

Le Pin Sec

Selbstbestimmte Mahlzeiten

Besonders in den Clubanlagen hatten wir oft ein Problem mit den Essenszeiten. Oft waren wir für das Frühstück zu spät dran und einen Wecker stellen wollten wir auch nicht. Seit wir mit dem Wohnmobil unterwegs sind, frühstücken wir nach dem Aufstehen, haben Snacks am Tag und essen am Abend etwas Warmes. Wirklich schön finde ich es auch, dass es in nahezu jeder Region Märkte gibt. Dort kann man super frische, saisonale und lokale Speisen probieren. In Frankreich gibt es Abendmärkte, zu denen man einen kleinen Tisch und Stühle mitbringt. Gemeinsam mit Einheimischen und anderen Touristen kann man dann zu Musik verschiedene Köstlichkeiten kaufen und direkt verspeisen.

Mega-Stimmung – Marché nocturne de Vensac

Sich auf das Nötigste beschränken

Sich auf das Nötigste beschränken? Das soll ein Grund für Wohnmobilurlaub sein? Ja! Denn im Wohnmobil können wir wirklich nur das Nötigste mitnehmen. Wir haben einfach zu wenig Platz für ALLES und außerdem wollen wir unser Schätzchen nicht überladen. Ich finde es ist eine gute Übung um herauszufinden, was wirklich wichtig ist. Wir waschen zwischendurch auf Campingplätzen oder auch mal mit der Hand, so müssen wir nicht so viel Kleidung mitnehmen. Für einige bedeutet das, die Komfortzone zu verlassen. Und das ist eigentlich immer eine Lernerfahrung:)

Entspannte Anreise

In unserem Wohnmobil haben wir vorne zwei ganz normale Sitze und hinten eine vierer-Sitzgruppe. Die zur Fahrtrichtung gerichteten Sitze haben Dreipunktgurte, die beiden anderen Beckengurte. Aus diesem Grund sitzt einer von uns Erwachsenen immer hinten, während eines der Kinder vorne sitzt. Hinten wird dann Siedler von Catan (Kartenspiel) Kosmos 740221 CATAN – Das schnelle Kartenspiel, Taktik und Schnelligkeit, ab 8 Jahren, oder andere Reisespiele gespielt. Das hat bei uns dazu geführt, dass die Fahrten schon ein Highlight sind. Das Kind, das vorne sitzt, ist eigentlich immer happy. Vorne wird dann gequatscht, gesunden oder ein Hörspiel gehört. 

Müde Kinder

„Am Ende des Tages sollen deine Füße dreckig, dein Haar zerzaust und deine Augen leuchtend sein“

Wenn wir mit dem Wohnmobil unterwegs sind, sind wir viel draußen. Es gibt ja auch kein bequemes Sofa. Und wenn die Kinder den ganzen Tag draußen durch die Gegend rennen und Abenteuer erleben, sind sie abends platt. Nach einem ereignisreichen Tag gehen wir noch zum Zähneputzen und dann fallen sie fast automatisch in ihre Kojen. Ein Wohnmobilurlaub ist fast schon ein Garant für ausggleichene Kinder.

Alles ganz individuell  

Wir haben unser Wohnmobil, sie heißt übrigens Molly, mittlerweile ganz nach unseren Bedürfnissen eingerichtet. Und das ist wirklich was achönes am Wohnmobil, denn du kannst deine eigene kleine Wohnung mitbringen. Nach jedem Urlaub tüfteln wir rum und überlegen, was wir austauschen, optimieren können oder anschaffen sollten. In diesem Jahr fährt zum Beispiel mein neuer Perkolator GSI Outdoors Unisex-Glaicer Percolator mit Silikongriff, 6 Becher, gebürsteter Edelstahl mit auf seine Jungfernfahrt.

Neue Menschen kennenlernen

Der „normale“ Camper (also nicht die, die mit Schlachtschiffen inklusive eigenem Swimmingpool und Heimkino) ist von Natur aus schon ein sehr geselliger Typ. Welcher Camper kennt diese Szene nicht: Du kommst an, die Kids springen raus und entern den Spielplatz, während du versucht ein Zelt/Vorzelt/irgendwasanderes zum Stehen zu bringen. Plötzlich hat man rund sechs sachkundige Nachbarcamper um sich stehen, die neben Kommentaren auch ihre tatkräftige Unterstützung anbieten. RuckZuck ist jedes noch so widerspenstige Gerät zum aufgebaut. Obwohl man sich nicht kennt, begrüßt man sich mit Adiletten, Klopapier und Kulturbeutel bewaffnet, mit einem freundlich-mürrischen „Moin“. Die Grundstimmung ist immer erst positiv. Außer es handelt sich um Dauercamper, aber das ist ein anderes Thema. Soviel Kontakt bekommt man niemals in Clubanlagen. Aber gut, man muss das auch wollen. Wer dem entfliehen will, plant eben die Ausrichtung des Wohnmobils dementsprechend. Ach ja, während die Erwachsenen sich abrackern, haben die Kinder ganz flott neue Freunde gefunden. Und dabei spielt die Sprache keine Rolle. Gespielt wird international.

Wahnsinnig spontan sein

Weißt du, was ich liebe? Freitags von der Arbeit zu kommen, ein paar Anziehsachen ins WoMo zu schmeißen und loszufahren. Das Wetter ist schön? Dann lass uns nach Holland zum Meer fahren oder an den See. Seit dem wir das Wohnmobil haben, haben wir richtig viele schöne Gegenden kennengelernt. Wie viele herrliche Plätze es hier im Umkreis gibt, ist uns seitdem klar. Und so freuen wir uns auf die kommende Saison und sind froh, dass unser Terminkalender nicht mehr so voll ist, wie in der Vorweihnachtszeit. Weil wir beide viel arbeiten, brauchen wir immer wieder mal Abstand vom Alltag und den holen wir uns, indem wir einfach mal weg sind.

An den tollsten und abenteuerlichsten Orten schlafen

Lieblingsmoment: Nach der ersten Nacht im Urlaub aufwachen und realisieren, wo man grade ist.

Ein entscheidender Vorteil von einem Wohnmobil gegenüber einem Wohnwagen oder einem Zelt ist, dass man an so vielen zauberhaften Orten einfach mal stehen bleiben kann über Nacht. In einigen Ländern darf man überall dort übernachten, wo es nicht verboten ist. In Deutschland und den meisten Nachbarländerndarf man auf ausgewiesenen Wohnmobilstellplätzen übernachten. Manchmal handelt es sich nur um gewöhnliche Parkplätze, was als Zwischenstop auf der Durchreise mal ok ist. Aber es gibt auch ganz viele Stellplätze, die richtig toll gelegen sind. In England haben wir mal direkt am Strand gestanden, in Frankreich direkt über den Klippen der Normandie. Das ist einmalig und geht nur mit einem Wohnmobil.

Zähneputzen direkt am Strand!

Unsere Bedürfnisse zählen

Ja, für mich hat das eindeutig schon was von Entschleunigung. Grade wenn wir längere Urlaube machen, halten wir auf dem Weg öfter an und bleiben einfach mal ne Nacht stehen. Und wenn wir irgendwo sind, wo es uns gefällt, dann bleiben wir. Wenn es uns nicht gefällt, fahren wir weiter. Es läuft wirklich so, wie nur wir das möchten.

Für uns war das wirklich die beste Entscheidung, denn wir können so fast komplett bestimmen, wie unser Urlaub läuft. Wir können spontan schauen, wo das Wetter gut ist. Für diesen Sommer stehen Slowenien, Frankreich und Schweden auf dem Plan und wir werden kurz vor Abfahrt die Wetterlage checken und dann entscheiden. Wenn dich der Reisebericht unserer Jungfernfahrt mit Molly nach England interessiert, kannst du meinen Gastbeitrag bei Kati von Kuchen, Kind und Kegel lesen.

Fahrt ihr auch gerne zum Camping? Überlegt ihr euch, ein Wohnmobil zu kaufen? Wie macht ihr Urlaub mit Kindern?

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Inklusion ist ein Menschenrecht!

Warum Inklusion wichtig ist

Gestern habe ich im Internet rumgesurft und bin dabei auf einen Beitrag in einem Mütter-Forum gestoßen. Solche Beiträge sorgen bei mir immer für Wut im Bauch. Es gibt um das Thema Inklusion. Es fielen in den Beiträgen, nicht in allen, Begriffe wie „Bremsen“, „Normale Grundschüler“, „gesunde Köpfe“. Leute, was soll das? Gehts noch schlimmer? Hier haben sich einige Diskussionsteilnehmer an sehr primitiven Schubladen bedient.

Inklusion ist ein Grundrecht!

„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darfwegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

Diese viel zitierten Sätz stammen aus dem deutschen Grundgesetz. Auch in der UN-Behindertenrechtskonvention geht es um dieses wichtige Thema. Diese Konvention wurde im Jahr 2006 von insgesamt 178 Statten unterzeichnet und formuliert, dass Inklusion ein Menschenrecht ist. Ein Menschenrecht? JA, genau! Und das ist auch gut so. Und grade deswegen ist das der Weg, den wir alle beschreiten müssen. Es führt kein Weg dran vorbei. Und wenn dieser Gedanke in allen Köpfen ist, können wir aufhören zu maulen und Gegen-Argumente zu finden und uns auf Lösungen konzentrieren.

Was ist Inklusion?

Vielleicht denkst du bei dem Begriff Inklusion an Menschen mit Behinderungen. Das ist garnicht schlimm, wer weiß sowas schon, wenn man sich noch nicht damit beschäftigt hat. Aber du liest diesen Artikel und das freut mich wirklich sehr. Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch dazu gehört. JEDER meint hier, dass nicht nur Menschen mit Behinderungen dazu gehören, sondern alle Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Neigung, Religion, Herkunft, Haarfarbe, ihrem IQ, Sehstärke, Gewicht und so weiter. Du merkst schon, von Inklusion profitieren wir alle! Alle Menschen sollen die gleichen Möglichkeiten bekommen im Kindergarten, in der Schule, bei der Arbeit oder in der Freizeit. Denn wenn eines wirklich normal ist, dann das wir verschieden sind.

Dieses Verschieden-sein ist schön, denn wie sähe die Welt wohl aus, wenn wir alle gleich wären? Aber natürlich entstehen durch diese Unterschiede auch Chancenungleichheiten. Und diese soll es nicht mehr geben, denn niemand darf benachteiligt werden.

Das bedeutet, dass wir Barrieren abbauen müssen. Barrieren können Treppen in Gebäuden sein, zu kleine Schrift auf Homepages oder starke Bordsteinkanten. Und Barrieren in den Köpfen. Inklusion beginnt mit einer Haltung, in der wir die Grundrechte aller Menschen akzeptieren.

„Chancengleichheit besteht nicht darin, dass jeder einen Apfel pflücken darf, sondern dass der Zwerg eine Leiter bekommt.“ 

(Reinhard Turre)

Mit Mut gegen Ausgrenzung

Inklusion ist also nicht nur für Menschen mit Behinderung! Trotzdem werden Menschen, die eine Behinderung haben, oft ausgegrenzt. Dabei sollen doch alle die gleichen Möglichkeiten haben. Diese Ausgrenzung passiert noch in allen Lebensbereichen, beispielsweise im Kindergarten, und er Schule, auf dem Arbeitsmarkt und in der Freizeit. Also überall. Die Aktion Mensch gibt an, dass momentan in Deutschland jeder achte Mensch eine anerkannte, diagnostizierte Behinderung hat und dass es in Wirklichkeit noch viel mehr sind. Viele Einschränkungen fallen garnicht auf, so dass sie nicht diagnostiziert sind und in dieser Statistik nicht auftauchen. Wir können also davon ausgehen, dass in Wirklichkeit noch viel mehr Menschen betroffen sind.

Inklusion in Deutschland

Die Anzahl der Förderschulen ist hier in NRW seit Jahren rückläufig, was die letzte rot-grüne Regierung vorangetrieben hat. Die schwarz-gelbe Regierung möchte das nun wieder ändern. Vom eingeschlagenen, richtigen Weg wird jetzt wieder abgewichen oder umgekehrt. Und wieso? Weil Lehrer, Schüler und Eltern verärgert und verunsichert waren. Die Umsetzung der Inklusion an den Schulen wurde bemängelt, es gäbe zu wenig Fachpersonal. Und die naheliegende Lösung ist natürlich die Inklusion wieder einzudämmen und Kinder mit Behinderungen wieder separat zu beschulen. Ironie-off! Darf man sich einfach umdrehen und zurücklaufen, nur weil der Weg steinig ist? Inklusion ist keine Sache von good-will. Inklusion ist ein Grundrecht! Ich habe mitbekommen, wie viele Lehrerinnen und Lehrer und Eltern über Inklusion schimpfen und über die Last. Und das kann ich so gut verstehen. Da befiehlt man hopplahopp Inklusion, ohne sich vorher Gedanken zu machen. Da wäre ich auch sauer und frustriert. Lehrerinnen und Lehrer haben einen viel höheren Aufwand, ohne zusätzlich ausgebildet oder ausgestattet zu sein. So kann das doch nicht klappen. Aber wessen Verantwortung ist es denn, für eine gute Umsetzung sorge zu tragen? Die der Schüler oder die der Eltern? Die bekommen die Wut ab, obwohl sie es nicht verbocken. Und die Schüler werden ausgeschlossen, weil es Politiker nicht hinbekommen, für Inklusion zu sorgen. Ich bin mir ganz sicher, wenn die Ressourcen, also Klassenräume, ausgebildete Lehrer da wären, würden viele Lehrer Inklusion mittragen.

Aber genug gemotzt. Ich bin der Meinung, dass Inklusion gelingen kann. Ich bin felsenfest davon überzeugt!

Inklusion im Kindergarten ? So kann es klappen

Inklusion kann dann funktionieren, wenn Barrieren abgebaut und Möglichkeiten bereitgestellt werden. Fangen wir im Kindergarten mal an. Hier gehen alle Kinder in eine Gruppe. Im Laufe der Zeit fällt auf, dass ein Kind anders ist. Nehmen wir mal an, es kann Aufträge nicht umsetzen und beim Zählen benötigt es auch Unterstützung. Dann beantragt der Kindergarten bzw. die Eltern eine Integrationsfachkraft. Die Eltern müssen anhand einiger Nachweise darstellen, wieso das Kind so behindert ist, dass es zusätzliche Hilfe benötigt. Inklusion könnte hier so umgesetzt werden: In jedem Kindergarten wird vorgeschrieben, dass pro 20 Kinder eine Heilpädagogin oder ein Heilpädagoge beschäftigt sein muss. Wir würden so vermeiden, dass ein Kind erst abgestempelt werden muss, bevor es Hilfe bekommt. Hiervon würden auch all die anderen Kinder profitieren, die vielleicht nur in einem kleinen Bereich Unterstützung brauchen. Und all die Eltern die Fragen zu Entwicklungsthemen der Kinder haben. Wenn man sich vorstellt, dass die Integrationsfachkraft immer an der Seite des Kindes ist und dauerhaft mit zusätzlichen Übungen zum Aufgabenverständnis und Umgang mit Zahlen zu versorgen, was passiert dann? Richtig, es wird nicht integriert sondern stigmatisiert. Und das ist nicht Inklusion. Wie ist das mit Menschen aus anderen Ländern? Ich begleite auch Familien, die grade deutsch lernen. In der Kita erhält eine Familie keine Informationen, weil sie sie nicht versteht. Inklusion würde funktionieren, wenn in der Kita grundsätzlich alle Erzieherin englisch sprechen könnten und Informationen in vielen Sprachen angefertigt werden. Ja, das ist Arbeit. Aber Inklusion ist ein Grundrecht!

Inklusion in der Schule

Ja, auch hier kann Inklusion gelingen. Ich denke wir müssen anfangen, die Studiengänge der Lehrer zu reformieren und mehr sonderpädagogische und heilpädagogische Anteile mit reinnehmen. Alle Kinder können in einer Grundschule eingeschult werden, unabhängig vom Entwicklungsstand oder anderweitiger Diagnosen. Die Klassen müssen individuell angepasst werden, an die Mischung der Schüler. Unterstützend zur Klassenlehrerin können weitere Sonderpädagoginnen oder Sonderpädagogen, Erzieherinnen oder Pflegekräfte eingesetzt werden. Die Lehrer haben die Aufgabe die Lerninhalte in verschiedenen Niveaus vorzubereiten, so wie es auch in all den altersübergreifenden Klassen gemacht wird. Die Kinder, die Unterstützung benötigen, erhalten diese von den zusätzlichen Lehrkräften. Jede Klasse muss einen Nebenraum haben, in dem Gruppenarbeiten stattfinden können. Oft kommt jetzt die Anmerkung:“Es gibt aber die Schüler, die das nicht können…mit so vielen Kindern und…“. Ja, die gibt es auch. Aber der Trick an Inklusion ist in meinen Augen, dass auf die einzelnen Schüler eingegangen wird. Klar passt sich ein Mensch mit einer Autismusspektrumstörung nicht unauffällig in eine 25-er Klasse ein. Individuell meint hier, dass wir schauen, was dieses Kind benötigt, um mit allen anderen lernen zu können. Und wenn das bedeutet, dass er einen Einzelplatz hinter einer Wand hat oder einen Gehörschutz trägt, dann ist das ok. Der Mensch ist ein soziales Wesen, wir brauchen soziale Kontakte. Und auch hier muss ich sagen, dass das viel Arbeit ist. Aber die müssen wir leisten, denn Inklusion ist ein Grundrecht!

Ich bin mir sooo sicher: Wenn wir Gelder und Ressourcen umverteilen, wenn wir den Lehrplan der Lehramtsstudenten und das Schulsystem reformieren und mutig sind, kann Inklusion gut werden!

Wie erlebt ihr die Inklusion heute? Welche Berührungspunkte habt ihr mit Inklusion oder Ausgrenzung?