Schwierige Schwiegermutter? Teil I – Gründe

Warum du immer Streit mit deiner Schwiegermutter hast

Es ist DAS Thema Nummer 1 in allen Mütter-Foren. Die eine Frau, die sich immer wieder zwischen sie und ihn stellt. Die Schwiegermutter oder auch bekannt unter den Namen Schwiegerdrache. Meine Schwiegermutter ist zum Glück wirklich toll! Trotzdem habe ich privat, mit Freundinnen und bei der Arbeit wirklich schon oft mit diesem Thema zutun! Ihre übergriffige und vollkommen uneinsichtige Art sind Thema Nummer eins unter jungen Müttern. Kein Wunder. Du wolltest doch einen Mann, bekommst ihn aber nur mit Anhang. Die Eltern bekommen wir als Gratis-Beigabe. Die Beziehung zwischen Schwiegermutter und Schwiegertochter ist oft sowieso schon brrrrr frostig. Mit Geburt des ersten Sprösslings wird die Stimmung dann oft unerträglich. Gibst du bei Google den Begriff Schwiegermutter ein, taucht als vorgeschlagener zweiter Begriff ein „nervt“ auf. Auch in meinen Beratungen geht es oft um diese Beziehung. Doch was ist dran am Mythos der nervigen, übergriffigen Schwiegermutter? Und vor allem taucht die Frage auf, wie man sich davor schützen kann.

Sind alle Schwiegermütter böse?

Ich glaube insgeheim, dass es einen seeehr großen Teil an Schwiegertöchtern gibt, die sehr gut mit ihrer Schwiegermutter auskommen. Im Internet ist es ja immer so, dass diejenigen Beiträge schreiben, die ein Problem haben. Hast du schonmal gelesen, dass eine Frau in einem Forum von ihrer liebenswerten Schwiegermutter berichtet? Dass sie sie gern mag oder dass sie ihr besonders dankbar ist? Also ich nicht. Aber ok, auch wenn ein beträchtlicher Teil mit seiner Schwiegerfamilie gut auskommt, ist diese Beziehung gefühlt Stimmungskiller-Garant. Die, die unter einer grenzüberschreitenden Schwiegermutter leiden, empfinden diese dafür als sehr anstrengend.

Probleme mit der Schwiegermutter – Warum?

Spannend ist die Frage, wieso es ausgerechnet zwischen Schwiegertöchtern und Schwiegermüttern immer wieder zu Streitereien und Konflikten kommt? Hierfür kann es ganz verschiedene Gründe geben. Auf drei mögliche Gründe gehe ich weiter unten ein. Manchmal hilft es ja einfach, den Grund für das Verhalten eines anderen Menschen zu erahnen.

Aus Zwei wird Eins – eine neue Familie entsteht

Nehmen wir mal an, zwei Partner beschließen, langfristig zusammen bleiben zu wollen. Dann lassen sie damit die Menschen hinter sich, die auf ihrem bisherigen Lebensweg wichtig waren. Der neue Partner (und später die eigenen Kinder) werden meist wichtiger, während Eltern, Großeltern und Geschwister weniger wichtig werden. Beide Partner bringen die Werte und Normen, Regeln und Vorstellungen aus ihrer eigenen Familie mit. Meine Freundin Anna beispielsweise kommt aus einer Familie, in der sehr autoritär und streng erzogen wurde. Als sie noch ein Kind war, gab es bei ihren Eltern viele Regeln, an die sie sich halten MUSSTE. Die Regeln wurden auch nicht mit den Eltern diskutiert, die waren einfach so. Jetzt erwartet sie mit ihrem Mann Paul ein Kind. Paul wurde sehr liebevoll und ohne viele Grenzen erzogen. Er konnte mit seinen Eltern alles besprechen. Die Eltern waren wichtige Personen für ihn und sie waren immer für ihn da. Wenn das Baby dann da ist, werden die beiden noch wenig über Erziehung sprechen müssen. Ein kleines Baby muss ja wenig „erzogen“ werden. Ein Baby überschreitet eigentlich keine Grenzen und normalerweise setzen die Eltern keine. Aber später werden beide aushandeln müssen, wie ihr Kind erzogen werden sollen. Beide werden sich austauschen über die eigenen Erfahrungen und er Kindheit. Sie werden darüber sprechen, wie sie bestimmte Handlungen der eigenen Eltern damals empfunden haben. Sie werden sich entschieden, welchen Weg sie als Eltern gehen wollen und ob sie dabei eher Annas oder Pauls Eltern folgen. Vielleicht machen sie auch alles anders. Wenn beide darüber sprechen, kann es sein, dass Kritik an der Erziehung im eigenen Elternhaus kann als Kränkung empfunden werden. Um gut miteinander erziehen und Familie leben zu können, müssen beide Partner einen gemeinsamen Weg finden. Die neue, junge Familie grenzt sich sozusagen gegenüber den Familien der Eltern ab. Während Paul bis zur Schwangerschaft und Geburt des Thronfolgers noch mehrmals wöchentlich bei seinen Eltern zu Besuch war, verbringt er vielleicht bald mehr Zeit in seinem neuen Zuhause.

Es gibt einen Neuanfang, aber auf der anderen Seite einen Abschied.

Es gibt einen Neuanfang, aber auf der anderen Seite einen Abschied. Für Pauls Eltern kann dieser neue Abschnitt schmerzhaft und traurig sein, vielleicht haben sie das Gefühl, ihr Kind zu verlieren. Ich finde, es kann gut sein, auch mal die Sicht der anderen Seite zu sehen.

Ihr kämpft um den gleichen Mann

Ich hab oben ja schon erklärt, wie es abläuft, wenn sich zwei Menschen zu einer Familie zusammenfinden. Grad wenn das junge Paar ein Kind bekommt, kommt es oft zum Ausbruch von Konflikten. Die frisch gebackene Oma väterlicherseits merkt jetzt, dass ihr Sohn endgültig nicht mehr an ihre Seite gehört, sondern an der Seite seiner Frau steht. Dies empfinden einige Schwiegermütter als Kränkung. Sie merken plötzlich, dass sie garnicht mehr kontrollieren können, ob es ihrem kleinen Sprössling gut geht und ob er auch genug zu essen bekommt. Und wo wird Weihnachten gefeiert? Diese Dreieckskonflikte machen alle fertig. Sie Schwiegermutter fürchtet den Verlust ihres Sohns, die Freundin/Frau möchte ihren Mann an ihrer Seite und der Mann sitzt zwischen den Stühlen. Und jetzt? Hier greif ich mal vorweg (Lösungsvorschläge findet ihr weiter unten)

Rente und plötzlich ganz viel Zeit

Ich glaube aber, dass es noch eine andere Erklärung geben kann. Alle Ehepaare kommen irgendwann in ein Alter, in dem sich vieles neu ordnet. Besonders wenn einer oder beide in die Rente kommen, ist da viel freier Raum der gefüllt werden will. Und wo geht das besser, als bei den eigenen Nachkommen? Auch wenn eine Ehe besonders konflikthaft oder unbefriedigend für einen der beiden Partner ist, kann es vorkommen, dass dieser sich anders orientiert. Die einen suchen sich ein neues Hobby, die anderen fangen eine Affäre an. Und wiederum andere suchen sehr intensiven Kontakt zu ihrem (vielleicht schon erwachsenen) Kind. Und in Kombination mit einer Ehefrau, stellt sich das rein praktisch natürlich schwierig dar.

Und wenn dann das Baby da ist, sind viele frisch gebackene Großeltern grad im Rentenalter. Sie wissen nichts mit ihrer Zeit anzufangen und wollen die am liebsten ganz in den neuen Erben investieren. Und genau hier liegt ganz großes Konfliktpotential, denn viele frisch gebackene Eltern möchten sich zunächst in die neue Elternrolle einfinden, die Zeit genießen und eine sichere Bindung zum Baby aufbauen. Die Großeltern möchten jedoch mit genau diesem spazieren gehen, es mit Brei füttern und über Nacht beherbergen. Zwischen diesen Bedürfnissen klafft eine Riesen-Schlucht, die oft nur schwer mit Kompromissen überwunden werden kann. Aber natürlich sind nicht alle Schwiegermütter so.

Ich hab ja oben schon eine Lanze für die vielen netten Schwiegermütter gebrochen, trotzdem muss ich einfach nochmal erwähnen, dass nicht alle Schwiegereltern nervig sind. Meine Schwiegermutter ist beispielsweise sehr lieb. This goes out all of to you: Danke!

So, jetzt weißt du schon, was in manchen Schwiegermutter-Schwiegertochter-Beziehung so schief läuft. Was du selber tun kannst, damit es besser wird oder wie du besser mit der Situation klarkommen kannst, kannst du im nächsten Blog-Artikel lesen.

Hast du auch eine schreckliche Schwiegermutter? Weißt du, wieso du mit ihr nicht klarkommst?

Für alle Interessierten, gibt es hier ein paar facts und Infos nachzulesen:

(Kaiser, P. (2016).  Der Einfluss der Herkunftsfamilien auf die Partnerschaft. www.familienhandbuch.de/familie-leben/partnerschaft/herausforderung-konflikte/dereinflussderherkunftsfamilienaufdiepartnersch.php am 4.1.2020)

Cierpka, Manfred, Handbuch der Familiendiagnostik; Springer; Auflage: 3., aktualisierte u. erg. Aufl. 2008; S.277 ff. Schaut hier: https://amzn.to/2R5PnMQ *

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3 Gedanken zu „Schwierige Schwiegermutter? Teil I – Gründe“

  1. Meine Schwiegermutter ist nicht schrecklich. Aber genau wie im Text beschrieben haben wir andere Werte und dies fällt v.a. erst seit der Geburt des Enkels auf, da wir vorher viel weniger Zeit miteinander verbracht haben. Auch fühle ich mich von ihr nicht als Mutter ihres Enkels wahrgenommen, sie übergeht mich völlig und nimmt immer sofort und für die ganze Dauer des Besuchs ihren Enkel an sich. Ich möchte aber doch auch Zeit mit ihm verbringen! Das hat nun dazu geführt dass ich nicht mehr zu Besuch gehe. Schade, aber für mich und meine kleine Familie die entspannteste Lösung.
    Ich denke ein grosses bzw das grösste Problem ist, dass ich mit meinen Schwiegereltern nicht so reden kann wie mit meinen eigenen Eltern.

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Anna Lynn, vielen Dank für deine Rückmeldung. genau das sind die typischen „Konflikte“. Ich werde in den nächsten Tagen einen zweiten Post veröffentlichen, in dem ich über Lösungen schreibe. Vielleicht findest du da hilfreiche Tipps. Schöne Grüße

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