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Mit Gesellschaftsspielen durch die Corontäne

Die richtigen Spiele für die ganze Familie

(Werbung, unbezahlt und aus Überzeugung)

Wisst ihr was? Ich bin ein Spiele-Junkie. Jetzt ist es raus. Obwohl ich schon 35 Jahre alt bin, liebe ich es, Gesellschaftsspiele zu spielen. Und das sag ich nicht nur so daher. Und deswegen verrate ich euch nun meinen Nummer-1-Corona-Tipp: spielen, spielen, spielen.

Gesellschaftsspiele, wichtig für die Entwicklung
Gesellschaftsspiele verbinden die Familie

Ja, ich weiß, wovon ich rede!

Ich habe mir im Laufe der Zeit nicht nur viele Spiele zugelegt, sondern habe diese Leidenschaft beruflich ausleben dürfen. Jetzt fragst du dich wahrscheinlich:“Was? Wo geht denn sowas?“ Ich hab als Heilpädagogin Kinder in der sogenannten Frühförderung mit Spieltherapie begleitet. Und da habe ich meistens mit Spielen gearbeitet, weil es für die Kinder ein ganz natürlicher Prozess ist. Wie langweilig ist es denn, wenn ein Kind zum „Üben“ jetzt eine Schale von Perlen auf eine Schnur fädeln muss, zum Training der Feinmotorik? Genau…da hab kein Kind Bock drauf…oder zumindest nicht lange.

Wenn man statt dessen Doktor Bibber seinen kaputten Knochen entfernen muss, ohne dass man den Rand berührt, weil der nämlich sonst laut summt, dann macht den Kids das echt Spaß. Und genau so soll meiner Meinung nach Förderung aussehen. Ich habe es wirklich nie erlebt, dass ein Kind nicht gerne in die Frühförderung kam. Auch hat kein Kind das Bewusstsein entwickelt, es müsse gefördert werden und das ist mir wirklich wichtig.

„Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen als im Gespräch in einem Jahr“

Plato

In diesem Beitrag nehme ich euch mit, auf eine Reise durch unseren Spielschrank und gebe euch Empfehlungen aus meiner Zeit als „professionelle Spielerin“. Den Förderaspekt lasse ich mal außen vor, denn hier geht es ja in erster Linie darum, diese Zeit zu überstehen.

Worauf achte ich bei neuen Spielen?

Heute war ich wieder bei unserem örtlichen Spielzeugdealer und habe mich beraten lassen. Wir haben zwar viele Spiele, aber in Coronazeiten ist ein wenig Abwechslung ja auch mal nett. Wenn ich für uns als Familie ein Gesellschaftsspiel kaufe, dann achte ich dabei auf folgende Punkte:

  • Anzahl der Spieler: Das Spiel sollte für mindestens 5 Spieler sein. Die meisten Spiele sind für maximal 4 Spieler und das find ich blöd, wir sind ja zu fünft.
  • Es soll flexibel sein. Damit meine ich, dass wir nicht in jeder Spielrunde die gleichen Sachen machen. Spiele wie Lotti Karotti oder Billy Biber sind zwar echte Kassenschlager, aber nach zwei Runden hat man dann auch alles erlebt. Dafür mag ich dann nicht so viel Geld ausgeben. Aus irgendeinem Grund besitzen wir solche Spiele aber doch, weil sie den Kids trotzdem Spaß machen. Und einfach sind sie auch, so dass sie alleine gespielt werden können.
  • Wenn möglich kann man das Spiel auch nur zu zweit spielen. Dann können wir es auch ohne Kinder spielen.
  • Alter der Spieler: Ich suche auch eher Spiele aus, die ab einem Alter sind, welches unsere Kids noch nicht haben. Wir spielen meist gemeinsam und ich weiß, dass sie rein wachsen. Ich finde nichts ärgerlicher, als Spiele, die ihren Reiz viel zu schnell verlieren. Unsere jüngsten Kinder sind Sieben Jahre alt und ich habe jetzt Spiele für Kinder ab 8 Jahren gekauft.
  • Die Dauer des Spiels, also die Spielzeit ist bei uns zweitrangig, aber für viele andere wichtig. Wir haben sowohl Spiele, die kurzweilig sind als auch langandauernde Spiele. Je nach Situation suchen wir uns dann das aus, was wir möchten. Wollen wir einen spannenden Spieleanend, dann verbringen wir Stunden mit Monopoly. Haben wir nur eine halbe Stunde, dann suchen wir uns eher etwas anderes aus.
  • Ganz begeistert bin ich, wenn ein Spiel dann auch noch klein vom Packmaß ist. Dann können wir es nämlich kurzerhand mit ins Wohnmobil nehmen.

Die besten Spiele für Kindergartenkinder

Ich habe mich zurückerinnert, welche Spiele bei den Kindern im Kindergartenalter wirklich gut ankamen. Und ich kann stolz behaupten, beruflich und privat mit viiiiielen Kindern gespielt zu haben. Jedes Spiel habe ich selber mehrfach gespielt. Und so kommt jede Empfehlung wirklich vom Herzen.

  • Obstgarten. Das ist DER Spieleklassiker im Kindergarten und sollte wirklich in keinem Spiegelschrank fehlen. Die kleinen Kinderfinger werden durch das gezielte Picken der Früchte ebenso trainiert, wie die Frustrationstoleranz. Ganz toll ist die Spielidee, bei der alle Spieler gemeinsam gegen den Raben gewinnen oder verlieren. Obstgarten ist kein günstiges Spiel. Jedoch produziert Haba qualitativ hochwertiges Spielzeug aus Holz und bietet zudem einen guten Service bei verlorenen Teilen. Meiner Meinung nach sind Haba-Spiele ihr Geld wirklich wert. (Werbung, aber unbezahlt. Ich spreche hier aus meiner eigenen Erfahrung mit selber bezahlten Artikeln)
  • Spielehaus ist ein Spiel, bei dem die Spieler ihr Männchen einfach die entsprechend gewürfelte Zahl weitersetzen. Klingt langweilig, wird aber dadurch spannend, dass man auf bestimmten Feldern ein Kärtchen ziehen muss. Auf diesen Kärtchen sind Gegenstände, die die Spieler suchen müssen. Hat man sie gefunden, muss man dorthin. Manchmal hat man Glück, manchmal Pech.
  • Ein paar kleinere und günstigere Spiele gibt es auch. Schnell erklärt sind Schokohexe, Gruselino, und Na nu. Diese Spiele locken Kids, damit macht man nix verkehrt.
  • Ubongo junior macht sogar noch unseren siebenjährigen Spaß. Der Vorteil hierbei ist, dass jüngere und ältere Spieler gleichzeitig spielen können, da es verschiedene Schwierigkeitsstufen gibt.

Die besten Spiele für Grundschüler

Grundschüler können schon ein wenig lesen oder sogar schon flüssig, wenn sie weiter sind. Deswegen eröffnet sich hier nochmal eine ganz neue Spielwelt. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mit Schulkindern wirklich gern spiele. Auch hier habe ich jedes Spiel gespielt und empfehle wirklich nur, was sich meiner Meinung nach bewährt hat.

  • Bei einem Spielenachmittag letztens haben wir Blokus kennengelernt. Es gibt nur wenige Regeln und fesselt generationsübergreifend. Versprochen. Wer nur ein wenig Spaß an Knobeln hat, wird dieses Spiel mögen.
  • Auch Just One ist neu in unserem Spielschrank. Auch hierbei gewinnen alle Spieler gemeinsam gegen das Spiel. Es geht darum, sich mit einzelnen Wörtern Begriffe zu erklären, die dann erraten werden müssen. Unsere Kids lieben dieses Spiel und ich auch.
  • Für gemütliche Spieleabende eignet sich hervorragend Trivial Pursuit. Letztens wird ich erstaunt gefragt, ob es das Spiel wirklich noch gäbe. Ja, das gibts noch! Wir haben die Familienedition, bei der Kinder und Erwachsene unterschiedliche Fragen erhalten. Die sind zwar meistens echt schwer, aber da sitzen alle im gleichen Boot.
Trivial Pursuit - Family Edition
  • Für viel Zeit, ich habs oben schonmal angedeutet, empfehle ich den Klassiker Monopoly. Das darf wirklich in keinem Schrank fehlen. Wir haben das Original. Leider hat unser Hund letztens zwei Karten angeknabbert, deswegen liebäugle ich schon seit einiger Zeit mit der Games of Thrones und der Harry-Potter-Edition.
  • Und weil die Liste ja nicht den Rahmen sprengen soll, möchte ich mein absolutes Lieblingsspiel verraten. Alle die mich kennen, wissen das. Ich liebe, mehr als alles andere, Halli Galli. Wenn man die Regeln leicht verändert, ist das Spiel auch mit Kindern im Kindergartenalter schon gut spielbar.

Natürlich kann man all diese Spiele auch gut gebraucht kaufen. Bei den wirklich guten Klassikern zeigt sich allerdings, dass man da bei den einschlägigen Portalen nicht viel spart.

Welche Spiele spielt ihr grade viel? Wo kauft ihr Spiele?

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Allgemein

Erziehung ist Beziehung

Erziehung – was bedeutet das?

Es gibt ja wirklich ganz viele verschiedene Wege, Kinder zu erziehen. Und ja, ich benutze das Wort Erziehung. Ich bin mir ganz sicher, dass es unsere Aufgabe als Eltern ist, unsere Kinder an alles heranzuführen. Mit Erziehung führen wir unsere Kinder an Regeln und Grenzen und auch Erwartungen heran, die es in unserer Umgebung gibt. Und genau hier gibt es krasse Fronten, das ist schon fast wie Krieg. Es gibt die, die finden, Erziehung bedeutet, das Kind in eine vorgefertigte Form zu ziehen oder zu pressen, damit es sich gut anpasst und kein eigenes Gesicht mehr hat. Und es gibt die anderen. Aber mal ehrlich. Es gibt doch nicht nur schwarz und weiß.

Es gibt immer mehr als einen Weg.

Erziehen – ein Unwort

Ich spoiler mal…ich finde nicht, dass Erziehung ein Unwort ist. ich sehe es eher so: Kinder kommen auf die Welt und werden in eine Gesellschaft hineingeboren. Die können sie sich erstmal nicht aussuchen. Von den Eltern und Geschwistern und anderen Bezugspersonen lernen sie zunächst Mimik, Gestik und Sprache. Und wenn sie größer werden, lernen sie von diesen Menschen auch, welche Spielregeln in der Gesellschaft gelten. Das können hier in Deutschland andere sein als in Papua Neuguinea, aber auch im Münsterland andere als in Bayern. In allen Familien gelten andere Spielregeln. Aber diese Spielregeln gibt es und viele von ihnen machen Sinn. Einige nicht. Und genau das meine ich, wenn ich sage, es gibt nicht nur schwarz und weiß. Wir müssen unseren Kindern nicht alle Regeln mit Strafen und Sanktionen beibringen. Wir können selber entscheiden, welche Regeln wir für sinnvoll halten und welche nicht. Auch unsere Kinder sollen das lernen.

Ich möchte, dass meine Töchter und mein Sohn selbstbewusst sind und ihren Kopf benutzen, dass sie abwägen und nicht blind folgen und dass sie in den entscheidenden Momenten widersprechen, wenn dies nötig ist! Das ist sozusagen Familiensache. Und wenn man mit diesem Wissen auf den Weg macht, die eigenen Kinder zu mündigen Bürgern der Welt zu machen, finde ich das gut. Und hierfür nutze ich das Wort Erziehung.

Beziehung oder Erziehung

Viele Mütter, diesen dogmatischen Krieg erwähnte ich oben schonmal, sind der Meinung, dass es in einer Eltern-Kind-Beziehung nur eines geben kann: Erziehung oder Beziehung. Ich sehe das anders. Beides ist wichtig, denkt an die Schwarz-Weiß-Sache. Auch in Pädagogik und Psychologie ist nicht alles klar abzugrenzen, die Übergänge sind fließend. Und so ist es hier auch. Wieso ich das glaube?

Erziehung mit Erziehung

Schaut man sich den Film „Elternschule“ an, dann sieht man Schwestern, Pädagog*innen und Ärtz*innen, die ziemlich brachial auf Kinder einwirken. Oft ohne ein gesprochenes Wort werden Kinder gefüttert oder „übergeben“. Beziehung wird unterbunden. Auch wenn in den Vorträgen sinnvolle Aspekte enthalten sind, wird diese Art der Erziehung niemals auf Dauer wirksam sein. Erstens verinnerlichen die Eltern diesen sehr extravaganten Erziehungsstil nicht, weil es nicht ihrer ist und sie ihn übergestülpt bekommen und zweitens weil die Beziehung fehlt und die Kinderseelen nachhaltig zerstört werden. Das ist natürlich nur meine Meinung, ich habe mit keinem dieser Kinder gesprochen. Aber wie ist einem Kind nach so einer „Behandlung“ denn wohl zumute? Ich schweife ab, darum sollte es garnicht gehen.

Erziehung funktioniert meiner Meinung nach nicht ohne Beziehung. Ich nehme Kritik ja auch eher von Menschen an, die ich schätze und denen ich vertraue. Wenn ein Wildfremder mir auf der Straße hinterherruft, dass ihm meine Frisur nicht gefällt, ist mir das herzlich egal. Es ist in Ordnung, meine Frisur muss ihm ja schließlich nicht gefallen. Er ist mir nicht wichtig. Würde meine beste Freundin mir das sagen, würde ich ihre Kritik annehmen. Sie wäre mir wichtig. Was ich daraus mache, entscheide ich dann.

„Ich glaube, dass Erziehung Liebe zum Ziel haben muss.“

Astrid Lindgren

Ich glaube, in der Erziehung ist es ähnlich. Wenn ich mein Kind ständig runterputze und auf Abstand halte, es bestrafe und ablehne, dann wird Erziehung wahrscheinlich im eigentlichen Sinne nicht funktionieren. Dann wird das Kind tatsächlich über Angst oder seelische Not zu Verhalten gezwungen. Vermutlich um Strafen aus dem Weg zu gehen.

Erziehung ist das, was wir daraus machen

Aber generell finde ich, der Begriff Erziehung bedeutet nicht automatisch ein unwürdiger, gewaltbehafteter, autoritärer Umgang mit dem Kind. Auch wenn dies von verschiedenen unerzogen lebenden Müttern und Vätern so dargestellt wird, ist dies nicht die festgeschriebene Bedeutung von Erziehung. Erziehung ist genau das, was wir daraus machen. Wir geben in unseren Familien unserer Erziehung eine eigene Bedeutung. Erziehung bei mir bedeutet niemals das gleiche wie bei dir oder bei der Nachbarsfamilie. Wie bitte kann man dann sagen, dass Erziehung etwas schlechtes ist?

Oder lieber Unerzogen?

Eltern, die Unerzogen leben, sagen manchmal, Erziehung wäre Gewalt, Missbrauch und Hierarchie. Aber dass Erziehung für diese Eltern diese Bedeutung hat und diese Assoziationen hervorruft, dass liegt doch nicht an dem Begriff. Das liegt an euch. Das, was der Begriff Erziehung in euren Gedanken bewirkt, dass kommt von euch! Ja, klar. Hier kann man Schnappatmung bekommen.Muss man aber nicht. Jeder Mensch hat bei bestimmten Begriffen bestimmte Assoziationen im Kopf. Diese Assoziationen sind sozusagen Gedankenverbindungen oder Verknüpfungen, die in jedem Kopf in jedem Moment des Lebens passieren. Und eben diese sind nicht festgelegt. Die entstehen in jedem Gehirn abhängig von den bisherigen Erlebnissen des Denkers. Ist klar oder? Ich gebe dem Begriff selber die Bedeutung.

Erziehung, Bindung, Beziehung, Kinder

Erziehung ist Gewalt

Natürlich ist es fies und eine Form von Gewalt wenn ich meinem Kind sage:“Komm jetzt oder ich gehe ohne dich.“ Wenn ich dann jetzt noch gehe und mich hinter der nächsten Häuserecke verstecke und höre, wie mein Kind weint…und dann noch glücklich bin, wenn es dann kommt und ich meinen Willen bekomme. Ja! Das ist Gewalt. Aber das ist nicht das, was jeder tut, der erzieht. Das kann man doch nicht gleichsetzen.

Ich erziehe meine Kinder, aber ich übe keine Gewalt aus! Ich verbitte mir so eine Aussage!

Als ich mich dazu entschieden habe, Kinder zu bekommen, hatte ich Vorstellungen. Ich wollte immer auf alles eingehen, sie immer im Blick haben, meinen Alltag nach ihnen ausrichten. Das ist es auch, was unerzogen leben in etwa bedeutet. Aber das ist einfach nicht realistisch in meinem Leben. Mein Mann und ich arbeiten, die Kinder besuchen die Schule und in der Vergangenheit den Kindergarten. Allein die Berufstätigkeit bringt bestimmte zeitliche Verpflichtungen mit sich. Jetzt haben einige der unerzogen-lebenden Jobs, die flexibel sind oder in Homeoffice arbeiten. Die Kids in manchen dieser Familien gehen nicht in den Kindergarten. Kindergartenfrei nennt sich das. Andere Familien ziehen in Gegenden, in denen die Schulpflicht ausgehebelt ist. Ich möchte nicht, dass ihr jetzt glaubt, ich würde mich rechtfertigen. Nein, das will ich wirklich nicht.

Ich möchte einfach, dass alle Beteiligten akzeptieren, dass es auch andere Sichtweisen gibt. Das kommt bei Eltern doch in so vielen Bereichen vor. Wann schläft das Kind alleine im Zimmer, bekommt es ein selbstgekochtes oder aus dem Gläschen…! Gehen wir doch einfach alle davon aus, dass jeder eine für sich sinnvolle Entscheidung getroffen hat.

Was ist dir in der Erziehung deiner Kinder wichtig?