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Familienleben und Alltag entspannter organisieren

8 Tipps für gestresste Eltern

Wenn man mal einen Blick auf unsere Familie wirft, fallen wir auf. Ja klar, dafür gibt es viele Gründe. Aber oft fallen wir auf, weil wir drei Kinder haben. Manchmal geht unsere Autotür auf und die Kids holpern nach und nach, wie die Lemminge, aus unserem Auto und dann bleiben Menschen stehen und schauen. „Das war das Letzte“ rutscht es mir dann auch schon mal raus. Ich nehme es mittlerweile mit Humor. Da, wo der Durchschnittsdeutsche 1,57 Kinder (nachzulesen auf der Seite des statistischen Bundesamtes) hat, leuchten wir, wie eine McDonalds-Leuchtreklame in der Wüste. Gut, dass die beiden kleinen nicht mehr gleich groß sind, so sieht nicht mehr jeder, dass sie Zwillinge sind. DAS finden andere Menschen nämlich seeeeehr spannend. Aber ich schweife ab.

Ich werde oft gefragt, wie ich „das alles“ so organisiere. „Das alles“ meint: Drei Kinder, einen Hund, mindestens 20 flexible Stunden Arbeitszeit, Fortbildungen, eigene Hobbys, Hobbys der Kinder, Haushalt und Ehe.

An manchen Tagen saß ich da und war kurz vorm Durchdrehen, weil ich nicht wusste, wie ich das alles schaffen soll. Dreihundert Telefonate, Kleinigkeiten die erledigt werden müssen, Kinder die abgeholt, weggebracht oder beaufsichtigt werden müssen, Termine bei der Arbeit…! Jetzt sind alle drei Kinder in der Schule und Übung macht den Meister. Es läuft. Im Prinzip sind es nur ein paar Kniffe, die mir zu einem relativ entspannten Alltag helfen.

Die Woche gemeinsam durchsprechen und planen

Wir setzen uns am Wochenende immer zusammen und sprechen die Woche durch. Dazu nehmen wir unsere verschiedenen Kalender und gleichen diese ab. Zusammen führen wir einen digitalen Kalender mit unseren Handys. In diesen Kalender tragen wir alle Termine ein, die einen von uns oder die Kids betreffen. Wir können auch wiederkehrende Termine eintragen, wie der wöchentliche Reitunterricht der Mädchen. Ich persönlich führe zusätzlich einen ziemlich ausführlichen Kalender (Filofax 025808 Personal Malden, ochre)* mit Kalendereinlagen, bei denen eine Woche auf zwei Seiten verteilt ist. Sicher fragst du dich, wieso ich zusätzlich noch einen Papierkalender führe. Bei meiner Arbeit mache ich täglich viele Termine aus. Wenn ich mit Klienten zusammensitze, möchte ich nicht das Handy zücken, um Termine zu notieren. Ich muss auch auf einen Blick sehen, wie ich alle anderen Termine an dem Tag miteinander koordiniere und das kann ich nur, wenn ich alles auf dem Papier vor mir liegen habe. Da bin ich ziemlich vintage;) Aber gut, da ist ja jeder anders. Ich finde Kalender total hilfreich und würde ohne Kalender ganz schnell untergehen. Wenn wir dann die Woche durchsprechen, teilen wir auf, wer wann wohin fährt. Einmal in der Woche kommt meine Schwiegermutter und nimmt die Kinder nach der OGS in Empfang, so dass wir an einem Tag beide länger arbeiten können. Wir sprechen auch ab, wer welche Geschenke für (Kinder-)Geburtstage kauft, wer morgens mit dem Hund raus geht, wer wann zum Sport geht etc. Wir schauen auch, wann ein gemeinsamer Freigang Ausgang möglich ist. Hierfür muss dann natürlich unsere Babysitterin angefragt werden.

Priorisieren

Manchmal kommt es vor, dass wir zwei Termine zur gleichen Zeit haben, dann klären wir, wer sich ums Verschieben oder Absagen kümmert. Ganz klar ist, dass nicht immer alles geht, weswegen wir in unseren Alltag Prioritäten bringen. So schieben wir Arzttermine, die zeitlich nicht dringend sind, auf Wochen, die entspannter sind. Vielen Menschen hilft hierbei und auch für dienstliche Aufgaben die Eisenhower-Matrix.

Anhand dieser Matrix kannst du deine anstehenden Aufgaben kategorisieren. Grade wenn ich das Gefühl habe, ich habe zu wenig Hände und der Tag zu wenig Stunden, hilft mir das. Alles was „Wichtig und dringend“ ist, steht auf meiner To-Do-Liste ganz oben. Das erledige ich sofort und selber. Die Sachen die „Wichtig, aber nicht dringend“ sind, nehme ich mir für einen bestimmten Zeitpunkt vor, der auch fest terminiert wird. Für sowas nutze ich gerne die Zeit, wenn die Kinder noch in der OGS sind oder wenn ich erst später zur Arbeit muss und morgens etwas Zeit habe. Oft geht es um Telefonate, die Konzentration erfordern oder Telefonate mit Verwandten oder Freunden (die dauern auch gern mal länger *hust*. Und jeder der Kinder hat, weiß, wie chillig es ist, zu telefonieren, wenn der Nachwuchs in voller Zahl anwesend ist. Was „dringend, aber nicht wichtig“ ist, kann man nach der Eisenhower-Matrix gern delegieren. Für mich sind das Aufgaben wie Tisch-decken, Brot oder Brötchen besorgen. Die Aufgaben der Kategorie delegiere ich gerne an die Kinder, die sich immer meistens freuen, helfen zu dürfen. Grade ToDos, die nicht Hundertprozent sorgfältig ausgeführt werden müssen, kann auch jemand anders übernehmen. Tja und dann wäre da noch die letzte Kategorie „nicht wichtig und nicht dringend“. Das sind üblicherweise Papiere oder to-dos, die sich auf meinem Schreibtisch oder einer meiner Listen stapeln, die ich mal aufbewahre, für den Fall dass,…! Eigentlich trifft dieser Fall nie ein, deswegen miste ich irgendwann aus und der ganze Kram wandert in den Mülleimer. Zuvor ist dann der Punkt <Schreibtisch aufräumen> in die „Wichtig, aber nicht dringend“-Kategorie gerutscht, weil ich keinen freien Zentimeter auf meinem Schreibtisch finden kann. Manchmal wird’s dann auch ganz flotti „Wichtig und dringend“, nämlich dann, wenn ich etwas wichtiges suche oder etwas erledigen muss.

Viel Zeit in der Woche nehmen auch die ganzen Verabredungen und Kinderhobbys ein. Hier hat es mir geholfen, mit den Kindern zu überlegen, was sie machen wollen. Bei den verbleibenden Terminen haben wir nach Anbietern vor Ort geschaut so weit das möglich ist. Denn so sparen wir Fahrtzeit und eröffnen uns die Möglichkeit, dass die Kinder selbstständig zu ihren eigenen Terminen laufen/fahren können. Man glaubt das nicht, aber dieses Neu-Sortieren hat mir viel Zeit geschenkt. Und ganz nebenbei lernen die Kinder schon Prioritäten zu setzen.

Outsourcen und Entlastung schaffen

Ein weiterer Lichtblick in meiner vollgepackten Woche, sind die Tage, an denen meine Schwiegermutter bei uns ist und um 15 Uhr die Kids in Empfang nimmt. Ich muss einfach auch mal nachmittags arbeiten und sie macht mir das möglich. Ich liebe es auch, wenn ich abgekämpft nach hause komme und sie warmes Essen für mich zurückgestellt hat. Ebenso wie unsere Babysitterin verschafft meine Schwiegermutter uns Freiraum, den wir vielfältig nutzen. Und ganz oft ist die Küche schön sauber. Liebe Schwiegermutter, falls du das liest: vielen Dank! Für Familien mit kleinen Kindern gibt es in fast allen größeren Städten ein Angebot, welches „Wellcome“ heißt. Die sogenannten Wellcome-Engel kommen beispielsweise einmal wöchentlich um Babys spazieren zu fahren und so die Mütter zu entlasten oder Freiräume für QualityTime mit Geschwistern zu schaffen. Wenn unsere Babysitterin an einem Abend kommt, dann gehen wir meist essen. Kinofilme fangen uns einfach zu spät an, wir sind absolute Schlafmimosen. Dennoch ist die Paarbeziehung etwas, was im Alltag auf keinen Fall zu kurz kommen darf und jeder muss für sich schauen, wie das gelingen kann.

Zwischen-, und Randzeiten nutzen

Neben der Paarbeziehung darf ich aber auch nicht zu kurz kommen. In den letzten Jahren habe einige neue Hobbys gefunden und einige beendet. Ich ziehe aber am meisten Energie, wenn ich ganz ordinär einfach nur rumsitze und mir Kopfhörern ein Hörbuch höre. Dafür nutze ich meistens die Randzeiten, vor oder nach der Arbeit bevor die Kinder zuhause einfallen. Das hilft mir ungemein die Eindrücke von der Arbeit hinter mir zu lassen und mich ganz auf Zuhause einstellen zu können. Na gut, manchmal nutze ich diese Lücken ich zum einkaufen. Und ganz hin und wieder auch für den Haushalt. Meistens erledigt mein Mann die Einkäufe auf dem Heimweg der Arbeit, das ist sehr praktisch.

Lerne NEIN zu sagen

Die größte Erleichterung in der Organisation des Alltags und des Familienlebens verspüre ich aber tatsächlich, seit ich es schaffe, auch mal NEIN zu sagen. Es passiert mir wirklich oft, dass ich bemerke, wie in Besprechungen oder Runden bei Arbeitsaufträgen oder Bitten die Hand hoch rutscht, die andere Hand drückt sie dann aber manchmal sanft wieder runter. Ich habe grade im letzten Jahr gelernt, dass ich nicht auf jeder Hochzeit tanzen muss und das fühlt sich herrlich an. Wie oft habe ich für Feste etwas vorbereiten wollen und es dann auf den letzten Drücker mit Ach und Krach nur rechtzeitig geschafft? Ich helfe wirklich sehr gern, aber ich überlege mir, wo es notwendig ist und wo es noch genug andere willige Helfer gibt. Und hier schließt sich eine weiterer wichtiger Punkt an.

Sei gnädig zu dir

Du musst gnädig zu dir sein. Dein Umfeld ist es nämlich meistens, nur du selbst bist es nicht. Sei gnädig zu dir, wenn es einen gekauften, statt eines selbstgebastelten Adventskalenders gibt. Und wenn du es heut nicht geschafft hast zu bügeln. Und wenn du die Gute-Nacht-Geschichte unauffällig abkürzt, weil du müde bist. Sei auch gnädig mit dir, wenn du mal schimpfst oder motzt. Das passiert. Auch wenn die meisten es nicht zugeben. Aber hilft es irgendwem, wenn du durch die Woche hechtest und versuchst, alle Bedürfnisse zu befriedigen, und du völlig erschöpft auf der Strecke bleibst?

Bereite vor

Und dann gibt es noch etwas, das sich für mich als hilfreich herausgestellt hat: Ich bereite besonders viel vor. Klar kann man sagen, dann hab ich die Arbeit ja trotzdem. Aber ich habe sie in einem Moment, den ich noch gestalten kann. Es macht für mich einen großen Unterschied, ob ich für die Schülerfrühstücke abends alles bereitstelle oder es morgens in Anwesenheit von drei hungrigen, müden Halbstarken machen muss. Ich lege auch abends schon die Kleidung der Kids für den nächsten Tag raus, dann läuft das morgens reibungsloser. All das ist nicht in Stein gemeißelt, vieles verändert sich immer mal wieder im Laufe der Zeit, aber da muss man flexibel sein und die Situation den aktuellen Gegebenheiten anpassen. Und mit all diesen Punkten habe ich es geschafft, den Familienalltag Stück für Stück zu entstressen. Natürlich passt nicht jeder Punkt zu jeder Familie in jeder Situation, aber ich bin mir ganz sicher, dass du es schaffen kannst, deinen Alltag stressfreier zu gestalten.

Hier nochmal als übersichtliche Liste

  • Woche gemeinsam durchsprechen
  • Priorisieren (beispielsweise mit der Eisenhower-Matrix)
  • Zwischen-, und Randzeiten nutzen
  • Kalender bzw. gemeinsamer digitaler Kalender
  • Entlastung schaffen und outsourcen
  • sei gnädig mit dir selbst
  • lerne NEIN zu sagen
  • Vorbereitung

Was hilft euch, Struktur in euren Alltag zu bringen? Welche Tipps habt ihr?

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Ein Gedanke zu „Familienleben und Alltag entspannter organisieren“

  1. Wow Deine Schwiegermutter ist wirklich ein Segen! Unsere entlastet uns zwar auch, wo es nur geht, ist jedoch selbst noch berufstätig.
    Die Sache mit der Gnade ist wirklich super wichtig! Wir sind zu oft zu streng mit uns selbst.
    Alles Liebe!
    Wioleta

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